Meine Geschichte

Die Finger im Dreck und Heu in den Haaren.  So fühl ich mich wohl. Die Natur ist mein Zuhause, die Tiere meine Verbündeten, um das wahrhaftig Weibliche, das wahrhaftig Männliche und das, was den Urmenschen auszeichnet(e) ins moderne Menschsein zu bringen. 


Wildpferde,  Gauchos, Abenteuer, Sein.  Anders sein.

 

„So macht man es nicht.“ „Du sollst nicht.“ Zwei Sätze, mit denen ich mich bis heute nicht angefreundet habe. Wollte mir schon als Kind jemand sagen, wie etwas zu machen war, machte ich es bestimmt anders. Das prägte meinen Lebensweg. Ich musste alles immer selbst rausfinden. Dies hatte zur Folge, dass mein Weg über Erfolg und Irrtum ging, und ich einige Male "auf die Schnauze flog".
Seit ich denken kann wollte ich wilde Pferde einreiten. Dieses Ziel gab ich nie auf – zwischendrin absolvierte ich ein Lehrerseminar und ein Sportstudium und hielt mich mit verschiedenen Jobs im Journalismus über Wasser. Wenig ist mir geblieben von meinen Ausbildungen, doch was mir die Pferde über das Leben erzählten, prägte sich stark in mein Herz ein.
Ich haderte mit Regeln. Ich haderte mit der vermeintlichen Sicherheit, die mich umgab und in der sich Menschen tummelten. Mit übermässigem Konsum und Luxus konnte ich nichts anfangen und verstand nicht, warum der Mensch das Leben so kompliziert gemacht hat. Ich fragte mich, warum Menschen sich in Häusern sicher fühlen und in Wäldern Angst haben. Warum ihnen Tiere und Natur so fremd waren und Städte so nah. Warum soviel gesprochen wird und sowenig gelauscht. Ich tat mich schwer mit Lärm, Abgas und Maschinen. Ich fühlte mich im falschen Zeitalter.
Ich fühlte anders.
Ich wollte frei sein von all diesen Dingen und Auferlegungen, die mir unnötig erschienen.

Erstmals richtig Freiheit erlebte ich, als ich meine zwei ersten Pferde - zwei Schlachtpferde - nach dem Studium bepackte und nach Spanien ritt. Es war eine Wohltat, nicht zu wissen, welche Herausforderung jeder Tag brachte, wo ich und die Pferde schlafen, wo wir Essen fanden. Es war kein Sonntagsspaziergang, aber das machte nichts.  Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig Mensch. Alles Unnötige fiel weg. 

In den spanischen Pyrenäen gründete ich einen kleinen Reitbetrieb und sammelte mit vielen Pferden Erfahrungen, wie sie eingeritten werden wollten. Meine Idee war, dort Spanisch zu lernen, um dann nach Argentinien zu den wilden Pferden zu gehen. Fünf Jahre blieb ich in Spanien, bevor ich mich in die Welt der Gauchos begab. In dieser macho-dominierten Männerwelt behauptete ich mich im Einreiten von Pferden im natürlichen Sinne, schlussendlich auch wilde Pferde, von welchen ich immer geträumt hatte. 

Die Gauchos und die wilden Pferde haben mich sehr geprägt. Uns verbindet, dass wir Vieles unnötig finden. Ich lernte die Kreisläufe von Leben und Tod anzuschauen und zu akzeptieren, was wiederum lebendig macht.  Ich bin nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie viele Gauchos Pferde behandeln, doch ich verbrachte lange genug mit ihnen, um ihre Sichtweise zu verstehen, ihr Unwissen, manchmal ihre Not.  Sie lehrten mich sehr viel über meine Persönlichkeit, den Umgang mit Menschen und die zwischenmenschliche Kommunikation ohne Worte.  Ich erkannte bald, dass ich aufhören musste, mich behaupten zu wollen, wenn ich in dieser Männerwelt nicht im Kochtopf landen wollte. So durfte sich langsam in mir die weibliche Energie breit machen und ich erkannte deren Sinn und Stärke: Die Eigenschaften der Leitstute, von der ich zwar schon immer erzählt hatte, aber nie wirklich wusste, wie sie sich anfühlte…

Nach meinen Erlebnissen mit den Gauchos und einigen monatelangen Wanderritten dauerte es noch viele Jahre, bis ich Erkenntnisse daraus ziehen konnte. Inzwischen war ich von Spanien wieder in die Schweiz geritten, hatte einen Reitbetrieb aufgebaut und mich total im Weg verirrt. Ich umrundete die Schweiz zu Pferd in 100 Tagen, erkannte, dass dies eine reine Ego-Geschichte war, die vor allem mir selbst nicht gut getan hatte und zur selben Erkenntnis gelangte ich auch nach einigen anderen Pferde- Abenteuern. 

„Du bist so mutig,“ wurde mir oft nach gesagt und ich selbst glaubte, ich sei eine starke Abenteuerfrau. Ich gab Vorträge und Führungsseminare und mir war kein Pferd zu wild.  Doch im Inneren wurde etwas verkannt, das sich zunehmend mehr ausbreitete: meine Hochsensibilität.  Lange Zeit brachte ich meine ausgeprägten Wahrnehmungsfähigkeiten nicht mit meiner bisher gelebten Stärke zusammen.  Es war ein innerer Kampf, der nicht selten in verzweifelten Anpassungsversuchen an die "normalen Menschen" mit Frust und Trauer endete. Solange, bis ich das „anders sein“ als für mich „normal“ definieren konnte.

Ich liebe das Wilde und das Pure, dasjenige das unberührt ist, und dasjenige das berührt.

Heute lebe ich so gut ich kann das „Ur-Mensch-Sein“.  Eins-sein mit der Natur, Freiheit, Urvertrauen und Echtheit sind mir wichtig. Stärke und Sensibilität, sowie Männliches und Weibliches auf natürliche Weise verbinden, fernab von modernen Klischees.  Diese Art Mensch-Sein ist für Mensch, Natur und Tier eine "Win-Win-Situation". 

Am meisten am Herzen liegen mir die Tiere, insbesondere Pferde, welchen ich durch Erkennen ihres Ursprungs ihre Lebensaufgabe leben lasse. 

Mehr über meinen Lebenslauf findest du bald im Buch "Zwischen zwei Welten" und den Dokumentarfilmen.

In the recent history of the secular West, horses have come to be imbued with a deep sense of spiritual wisdom. This film follows the meeting between the filmmaker-anthropologist and that otherworldly universe.

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