
Lektion 3: Wie "sieht" dich das Pferd?
In dieser Lektion lernst du, wie dich das Pferd auf den verschiedenen Ebenen wahrnimmt.
Auf der Seelenebene, wo das Pferd als Geistwesen agiert, sieht es durch dich hindurch und erkennt somit alle Themen, die bearbeitet werden möchten und die deinem Wachstum dienen.
Auf der Verhaltensebene, wo das Pferd ein Pferd ist mit pferdischen Bedürfnissen, möchte dich das Pferd als weibliches UND männliches Leittier sehen, denn das ist, was es für seine Sicherheit braucht.
Das erste, was sich ein Pferd an dir anschaut, ist dein Energiefeld. Darin sind Pferde sehr gut geübt, denn sie müssen abschätzen können, wie gefährlich, vertrauensvoll oder kohärent du bist. Das heisst, sie lesen dein Energiefeld schon, wenn du dich annäherst. Darin sieht es deine Führungseigenschaften, die es auf der pferdischen Ebene braucht, sowie die persönlichen Themen, welche noch geheilt werden dürfen, damit du näher an das Wesen Pferd und an dein wahres Selbst kommst.
Das Energiefeld ist deine Aura rund um deinen Körper, die Atmosphäre, die von deiner Person ausgeht. Wenn wir davon ausgehen, dass alles beseelt ist, so hat auch alles ein Energiefeld, auch Objekte und Orte. Vom inneren des physischen Körpers her dehnt sich die Aura in Form von elektromagnetischer Strahlung rund um den Körper aus. Ein gesundes Energiefeld strahlt zwei oder noch mehr Meter rund um den physischen Körper aus.
So ein Energiefeld ist messbar, und Pferde können es „sehen“. Das ist eine grosse Chance für uns, um zu entlarven, was wir ausstrahlen, ohne dass es uns bewusst ist. Denn unbewusste Anteile strahlen genauso stark aus wie bewusste und wirken auf unser Umfeld. Ich kann mich als Mensch also mithilfe des Pferdes immer besser erfahren.
Zurück zum Energiefeld: Wenn dieses intakt ist, sind wir optimal geschützt gegen äussere Einflüsse und können in innerer Ruhe und Gelassenheit sein Entscheidungen unabhängig vom Aussen treffen.
Kennst du das, dass du zum Beispiel deine Meinung von deinem Umfeld abhängig machst? Dass du oft an dir zweifelst, ob du etwas richtig machst und du Angst hast, was andere wohl über dich denken? Diese oder ähnliche Gedanken schwächen dein Energiefeld. Du bist nicht in deiner optimalen Schutzblase geborgen – ähnlich der Gebärmutter – und suchst Geborgenheit und Sicherheit deshalb im Aussen.
Vielleicht denkst du jetzt, das kann ich sowieso nicht. Zugegeben, es ist ein hoher Anspruch, komplett unabhängig vom Aussen agieren, denken, fühlen und entscheiden zu können, aber es ist ein Versuch wert: du wirst ruhiger, fühlst dich sicher, klar und in Frieden mit dir und der Umwelt. Genauso, wie es die Leitstute einer Herde tut und ausstrahlt. Sie hat das intakteste, grösste und wärmste Energiefeld von allen. Deshalb fühlen sich die anderen Pferde in der Gegenwart der Leitstute am wohlsten. Diese Leitstute kannst auch du sein.
Was aber, wenn dein Energiefeld nicht intakt ist?
Vielleicht hat es Löcher oder ist unförmig, schützt dich nur vorne, dehnt sich aber hinten gar nicht aus usw.
Je nach Erfahrungen, die wir durchlaufen haben im Leben, Glaubenssätze und Muster, die wir uns angeeignet haben, strahlt unser Energiefeld auf diese oder andere Weise.
Die meisten Menschen können Energiefelder nicht sehen und es ist auch ganz schwierig, zu fühlen, was darin gerade nicht „stimmt“.
Deshalb können wir uns an die Pferde wenden, damit sie es uns zeigen, indem sie uns anrempeln, oder von uns davon laufen oder uns auf eine andere Weise zeigen, dass etwas gesehen und geheilt werden möchte.
Dein Energiefeld kannst du verschiedenartig wahrnehmen und stärken. Ein wichtiger Punkt ist, deine männlichen und weiblichen Energien in deinem Inneren zu vereinen. Wir kommen noch dazu in der Lektion über die Leitstute und den Leithengst.
Probiere aus: Dein Energiefeld wahrnehmen und stärken
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Die folgende Übung mit deinem Energiefeld kannst du immer und überall machen, ohne dass es jemand bemerkt. Bleibe dran und übe, bis du eine Ahnung hast, wie dein Energiefeld aussieht und wann es sich verändert. Gewisse Situationen und Erlebnisse bringen nämlich das Energiefeld aus dem Gleichgewicht.
Ich habe dir für diese Übung auch ein Audio gemacht, falls es dir lieber ist, den Text zu hören. Fürs Audio klicke unten.
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Fange an, dein Energiefeld in Form einer Blase um dich herum zu spüren. Erforsche oben, unten, links, rechts, vorne und hinten. Gib auch der Konsistenz der Blase Beachtung, und allem, was du sonst noch wahrnimmst. Vielleicht siehst du auch eine Farbe darin, oder du siehst gar nichts. Lass dir Zeit. Sei auch nicht beunruhigt, wenn du erst mal gar nichts spürst oder siehst. Wenn du dein Energiefeld „siehst“ oder spürst, versuche es auszudehnen. Mache es so gross, wie du kannst und beobachte, wie es sich anfühlt. Treten Gefühle auf?
Fühlst du dich wohl darin?
Gib ihm eine Farbe, die dir gut tut.
Wenn das gelingt, kannst du die Membrane rund um die Blase einmal dicht machen, wie eine dicke Wand, welche dich von anderen abgrenzt. Spür hinein, ob sich das gut anfühlt. Du stellst dir dabei vor, dass alles Schöne zu dir nach innen dringen darf, und alles Unangenehme ausserhalb bleibt oder nach aussen geht. Du bist da drin also nicht abgeschottet von der Aussenwelt, sondern nur in deinem persönlichen Raum geborgen.
Wie ist das?
Fülle danach auch noch deinen Körper ganz bewusst aus, vom Kopf bis zu den Füssen. Stelle dir vor wie die Farbe und die Energie des Energiefeldes den Körper durchdringen, so, dass du ganz da bist. Bleibe einen Moment in diesem Gefühl. Das bist du. Ganz du, ausgefüllt mit Dir.

Übung mit dem Pferd
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Probiere die gleiche Übung aus in Gegenwart eines Pferdes oder anderen Menschen. Fühlst du die Blase noch gleich? Verändert sie sich?
Wenn du ein Pferd hast, kann es dir dein Energiefeld auch zeigen. Führe es mal am Halfter, geh vor ihm und schaue, wie nah es dir jeweils kommt. Spüre, wie nah du es heran lässt und wann es dir unangenehm ist. Überlege dir auch, wie du zu deinem persönlichen Raum stehst, ob du dich schnell angegriffen fühlst und verteidigst. Oder ob du gut zu dir stehen kannst, dir auch Zeit für dich nimmst. Je mehr du mit dir in Frieden bist, desto grösser ist dein innerer Raum, desto grösser wird dein Energiefeld sein.
Je mehr du den Raum an andere abgibst, du lieb sein möchtest, dich anpasst oder der Harmonie wegen nicht zu dir stehst, desto weniger Raum gibst du dir, desto mehr „schrumpft“ dein Energiefeld und das Pferd kommt dir zu nahe.
Schreibe deine Erfahrungen auf, damit wir sie besprechen können.
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