Das Pferd und Du auf Augenhöhe


Wir gehen davon aus, dass das Pferd ein Geistwesen ist, und der Mensch auch - in verschiedenen Körpern.

Das Pferd, das auf seiner Seelenebene schon weit entwickelt ist, möchte dich dahin bringen, wo es weiss, wie wohltuend, wohlwollend und erfüllend es ist: Es kennt das All-Eins-Sein, das Nicht-Wollen, die Selbstliebe, die Klarheit, die innere Unabhängigkeit vom Aussen, die wertfreie Begegnung und deshalb die bedingungslose Liebe. Es ist frei von eigenen Auferlegungen wie es sein sollte, Du oder eine Situation, frei von Erwartungen, frei von Druck, etwas sein zu müssen, frei von Masken.

Möchtest du auch dahin oder bist du schon da?

Ich habe zwei unterschiedliche Richtungen festgestellt, die zeigen, dass Pferd und Mensch sich nicht auf Augenhöhe bewegen: Bei der ersten, älteren Richtung wird das Pferd benutzt und unterdrückt. Ich denke da an viele Gauchos, welche oft die Pferde schlagen, oder vielleicht ein Sportreiter, der das Pferd für etwas benutzt. Diese Menschen stellen das Pferd "unter sich". Sie verfügen darüber, es gibt kein Mitgefühl, aber auch nicht mit sich selbst. Diese Menschen sind aber recht klar in ihren Zeichen, und auch echt, wenn auch aus einem harten Kern heraus.


Moderner ist folgende Entwicklung: "Ich möchte es besser machen als die "brutalen" Menschen. Ich will das Pferd nicht unterdrücken". Aus diesem Anstoss heraus fällt der Mensch ins Gegenteil. In das Verhätscheln, Vermenschlichen. Das Pferd ist mein Alles. Dabei bewegt man sich aber auf der gleichen Ebene wie im ersten Beispiel: Ich mache es besser als "der Gaucho" , dh ich bin besser = Gefälle, Wertung, verschiedene Augenhöhe. Auch ein vermenschlichtes oder konditioniertes Pferd, das entfremdet seiner pferdischen Bedürfnisse leben muss und aber Bedürfnisse seines Besitzers erfüllen sollte, kann seine Seele nicht entfalten. Es wird seelisch unterdrückt.


Beide Beispiele sind nicht auf Augenhöhe. Es geht hier nicht um besser und schlechter. Sondern WO und wie treffe ich das Pferd wirklich in einem wertfreien Raum. Da liegt ein Stück Arbeit vor uns. Arbeit an dir selbst, nicht am Pferd.

Weil die Menschen im ersten Punkt wahrscheinlich nicht das Bewusstsein dazu haben, sich zu durchschauen und etwas zu verändern, (Ich habe es jahrelang bei den Gauchos versucht..) konzentrieren wir uns auf die zweite Gruppe. Um den Weg richtung Augenhöhe wirklich zu gehen, braucht es zuerst eine klare Entscheidung: Ich will die Vernebelungen, die mich daran hindern, ins Jetzt und ins Herz zu kommen, wo ich das Pferd treffen kann, wirklich loswerden. Damit ich das wirklich will, braucht es in der Regel etwas Druck, um aus der Komfortzone rauszukommen. Diesen Druck setzen oft die Pferde auf, weil sie wissen, dass die Menschenseele einen Schubser braucht. Das heisst, sie verhalten sich in einer Weise, die unangenehm ist oder Schwierigkeiten macht. Meistens sucht der Mensch zuerst nach äusseren Lösungen, um das "Problem" zu beheben, bevor er sich auf den inneren Weg macht.

Wenn ich mich wirklich entscheide, nach innen zu schauen, dann wird das Pferd alle Geduld der Welt aufbringen, um mit mir den Weg auf Augenhöhe zu gehen.


Das Pferd möchte, dass du ihm zuhörst und schlägt dir vor:

- Du machst dich nicht mehr runter oder bist ungeduldig mit dir, denn ich sehe deine Grösse

- Du brauchst mich nicht mehr als Liebesersatz, um eine Leere oder Bedürftigkeit zu füllen

- Du hörst mir zu, bevor du deinem Wollen hinterher läufst, um in die Stille zu kommen

- Du wertschätzt dich soviel wie mich, nicht mehr und nicht weniger. Ich kann nicht jemandem vertrauen, der sich nicht wertschätzt - Du hörst auf, schlecht über dich zu denken und dich mit Schuld voll zu stopfen

Kurz: du blickst durch die Vernebelungen, Strategien und Ausreden deines Verstandes, genau wie ich durch dich blicke. All der Ballast stört nur unsere Beziehung und unser gemeinsames Tun. Als Pferd will ich auf der Verhaltensebene geführt sein, und zwar ganz klar und nüchtern, ohne Schnickschnack und Zweifel, ohne Schuldgefühle und Mitleidstränen. Die bringen mir nichts. Und dir auch nicht. Also werden wir das alles besser los.


Das Pferd und Du auf Augenhöhe ist ein Weg, der Zeit braucht. Er macht dich aber frei, frei von deinem eigenen Gefängnis. Die richtige Augenhöhe ist dabei wie eine Messlatte. Natürlich gilt das Ganze auf für Mensch und Mensch. Denn auch da besteht die Tendenz, im Gefälle zu denken und zu handeln.


In diesem Sinne, freut euch!

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