Wanderreiten
Wanderreiten will gelernt sein. Egal ob durch Wälder oder Flüsse, oder auf den Napf: Wir organisieren für Sie Ihren Wanderrit auf Wunsch oder beraten Sie gerne auch extern in Sachen Ausrüstung, Training und Routenplanung.
- Tagesritte ......................................................................
- 3-Tagesritt durchs Napfgebiet (in Bearbeitung)
- 5-Tagesritt durch die Zentralschweiz...........................
- 6-Tagesritt rund um den Napf .....................................
- Technikkurs Wanderreiten ......................................... 
- Massgeschneiderte Wanderritte und Beratung (Informieren Sie sich bei uns)
- Wanderreiten durch die spanischen Pyrenäen............
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- Gaucho-Trek in Argentinien
- Rückblick Osterritt 2006...............................................
- Rückblick Osterritt 2007 ..............................................
Beim Wanderreiten muss man sich aufs Nötigste beschränken. Schönes Auftreten, saubere Kleider, ein modernes Handy oder ein MP-3-Player haben plötzlich keine Bedeutung mehr. Es geht um ganz andere Qualitäten: Mut, Durchhaltevermögen, Zusammenhalt, Ehrlichkeit, Natürlichkeit, Kommunikation usw. Weniger angenehm riechen, mit den Händen essen, sich auf den schmutzigen Boden setzen, hinter dem Busch seine Morgentoilette machen... all das finden wir plötzlich lustig. Warum wohl? Wahrscheinlich weil wir das in unserem geregelten, vorgegebenen Leben sonst nicht "dürfen". Es gehört sich nicht. Einmal daraus ausbrechen tut gut - ist sogar eine wahrliche Wohltat - SICH SELBER SEIN DÜRFEN!!!
Oftmals werden beim Wanderreiten Qualitäten entwickelt, die in unserem modernen Leben zu kurz kommen.
In der Auseinandersetzung mit dem Pferd zählen Klarheit, Fairness, Ehrlichkeit und Durchsetzungsvermögen. Bei heiklen Passagen ist Zusammenhalt gefragt, Denkvermögen, Einschätzungsvermögen, Realitätssinn und Mut.
Wanderreiten heisst zu Pferd durch schöne Landschaften streifen. Und da kommen wir schon einem nächsten Phänomen entgegen: beim Wanderreiten erleben wir die ZEIT auf eine andere Art. Plötzlich haben wir einmal Zeit - Zeit für uns selber, Zeit um unseren Gedanken nachzuhängen, Zeit zum Abschalten. Es muss nicht immer geplaudert werden. Auch die Stille kann man schön erleben.
Die Berge, die wir durchreiten lernen uns geduldig zu sein und schwierige Situationen nicht mit Hast, sondern Nachdenken zu meistern. Den ganzen Tag auf dem Pferd zu sitzen und durch fremde Regionen zu reiten lernt uns, unseren Müdigkeit zu überwinden, an unsere Grenzen zu kommen, uns zu übertreffen.
Beim Wanderreiten lernt man, sich mitzuteilen und um Hilfe zu bitten, wenn man sie braucht - ganz ohne Komplexe. Ein wunder Hintern, Schwielen an den Händen, Probleme mit dem Pferd ... Alles schon vorgekommen, aber für alles gibt es eine Lösung.
Man lernt, das Einfache zu schätzen: Es gibt nichts Wohltuenderes als ein Morgenbad in einem kalten Bergbach, eine gute Mahlzeit nach einem langen Ritt, ein warmer Schlafsack für den müden Körper.
Und man lernt Respekt vor anderen Personen zu haben, vor den Tieren und der Natur. Ohne Respekt kommt man nicht ans Ziel. Nur durch eine optimale Zusammenarbeit zwischen Reiter, Mitreiter und Pferden hat ein Wanderritt Erfolg.
Wanderreiten widerspricht also unserem modernen Leben in vieler Hinsicht. Und genau das macht es für viele so attraktiv. Man fühlt sich wie ein paar Jahrhunderte zurück versetzt, zurück bei seinen alten Wurzeln, reduziert auf sein innerstes ICH, komplett frei.
Wanderreiten in diesem Sinne ist nicht nur auf dem Pferd hocken. Es ist sich selber, das Pferd und die Natur vollkommen zu erleben, einmal aus der Welt ausbrechen.
Klarheit, Ehrlichkeit, Fairness, Geduld, Durchsetzungsvermögen, Zusammenhalt, Einschätzungsvermögen und Mut werden entwickelt, die Zeit wird anders wahrgenommen, man lernt sich mitzuteilen, geduldig zu sein, das Einfache zu schätzen und Respekt vor anderen Lebewesen zu haben. Und man lernt seine Grenzen wahrzunehmen und sogar zu übertreffen. Kurz:
"Man lernt zu leben"
Und all dieses Gelernte soll noch lange danach nachwirken. Man bekommt die Möglichkeit, all seine (verborgenen) Fähigkeiten auch im weiteren Leben weiter zu entwickeln.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der stets der grösste Wohlstand angestrebt wird. Deshalb gilt:
"Je ärmer unsere eigene Persönlichkeit ausgestattet ist, desto mehr brauchen wir all diese Dinge des Wohlstands, um unsere existenzielle Leere zu füllen."
Es gibt Menschen mit einem ausgeprägten Sicherheitsdenken, welche sich kaum aus dem Haus getrauen, und es gibt auch totale Draufgänger. Wir streben beim Wanderreiten weder das eine, noch das andere an. Reiten bringt immer ein gewisses Risiko mit sich.
Lernt man Vertrauen in sich zu haben, verringert das seine Sicherheistsängste. Vertrauen in seine Fähigkeiten, in den Führer, in sein Pferd.
Selbstverständlich wird jede gefährliche Situation möglichst ausgeschlossen und alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Mit geeigneter Kleidung bzw. Einem Reithelm können gewissen Gefahren verringert werden.
Schlussendlich ist es aber Sache jedes einzelnen, abzuschätzen, wie er/sie sich sicher fühlt.
Oft werde ich gefragt, ob die Pferde denn auch brav sind. Die Pferde SIND brav, können aber nichts dafür, wenn ungeeignete Reiter darauf sitzen. Fühlt sich der Reiter unsicher, kann das schnell aufs Pferd übergreifen - und daran ist dann nicht das Pferd schuld. Total nervöse Pferde können sich unter einem sicheren Reiter plötzlich in Lämmer verwandeln. Vertrauen in sich selbst zu haben, das gilt es, zu lernen.
Hat man sich dazu entschieden, bei einem Wanderritt mit zu machen, tut man gut daran , sich vorher etwas über das Land zu informieren, in das man reist oder in dem man sich befindet.
Neben dem Klima, den sanitären Bedingungen und der Sicherheit sollte man vielleicht auch etwas über die Leute und deren Kultur wissen.
Reist man in ein fremdes Land ein, sollte man seine "schweizerischen" Augen versuchen abzulegen, alle Vorurteile zu begraben und sich eine "neutrale Brille" aufzusetzen. Nur so kann man die neue Welt, die man betritt, ganzheitlich und unbeschwert erleben. Urteilen kann man dann immer noch - aber erst am Schluss.
Sucht man nach Perfektionismus und gleichem Standard wie im eigenen Land, sollte man sich und den andern einen Wanderritt ersparen. Richtig geniessen kann man den nämlich nur, wenn man ihn mit frischen Augen angeht.
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